Angela Cullen, UI Developer, SThree Plc

Während meiner Schullaufbahn war es sehr hart. In Naturwissenschaften und Mathematik fühlte ich mich teilweise wie in einem „Boys Club“, der zu dieser Zeit noch nicht von Lehrern oder der Schulverwaltung in Angriff genommen wurde.

Name, Job Title

Angela Cullen, UI Developer

Q.Wo arbeiten Sie und wie lautet ihre Berufsbezeichnung?

A. Ich arbeite als UI Entwickler im Online Delivery Team bei SThree.

Q.Was und wo haben Sie studiert?

A. Ich habe an der Teessidee Univeristy “Digital Character Animation” studiert. Meine Spezialisierung war Flash und Action Script.

Q.Mussten Sie Vorraussetzungen für diesen Bereich mitbringen?

A. Nein, aber ein gutes Verständnis bestimmter Plattformen und Programmiersprachen ist unverzichtbar in diesem Job. Viele Unternehmen wollen Kompetenz ohne notwendigerweise eine gewisse Qualifikation einzufordern – wobei es auch Ausnahmen gibt.

Q. Was war Ihr erster Job?

A. Gleich nach der Universität begann ich bei einem Start-up Unternehmen. Ich wurde für ein spezielles Projekt engagiert, welches eine interaktive CD-Rom für Grundschulkinder darstellte. Zu diesem Zeitpunkt war ich auf Flash-Animation spezialisiert. Es war eine sehr schwierige, aber lohnende und kreative Herausforderung. Mir gelang es im Alleingang, über 30 Minuten Animation in nur drei Monaten zu produzieren.

Q. War es für Sie als Frau schwer einen technischen Job zu bekommen?

A. Während meiner Schullaufbahn war es sehr hart. In Naturwissenschaften und Mathematik fühlte ich mich teilweise wie in einem „Boys Club“, der zu dieser Zeit noch nicht von Lehrern oder der Schulverwaltung in Angriff genommen wurde. In Mathematik war ich zu eingeschüchtert und Physik beendete ich bereits im ersten Jahr. Auch and der Universität hatte ich eine sehr harte Zeit – trotzt meiner Leidenschaft und Begeisterung was Programmierung besprach – denn meine männlichen Kollegen meinten, dass Programmierung zu schwer für mich sei und ich mich lieber einfachen Sachen wie Design widmen soll. Bemerkenswert ist, dass diese Haltung nicht so sehr von Dozenten ausging, sonder von den männlichen Kommilitonen mit denen ich im Wettbewerb für zukünftige Arbeitsplätze stand. Von einem negativen Umfeld umgeben zu sein, hat auch starken Einfluss auf mein Selbstvertrauen und mein Selbstwertgefühl gehabt; das ich auch in meine Arbeitswelt mitgenommen habe. Erst nach dem zweiten oder dritten Job, begann ich zu erkennen, dass diese negative Einstellung, die mir an der Universität entgegen kam, einen Teufelskreis nach sich zog. Mir wurde wiederholt gesagt, dass ich als Programmierer unterlegen war, und so begann ich es ebenfalls zu glauben. Das führte dazu, dass ich mich ängstigte etwas zu sagen oder Ideen einzubringen. Erst als ich diesen Teufelkreis durchbrach, gelang es mir an meine Fähigkeiten zu glauben. Ohne Ehrgeiz kommt man nicht weit und ohne Selbstvertrauen gibt es keinen Ehrgeiz.

Q. Wie haben Sie sich auf der Karriereleiter nach oben gearbeitet?

A. In meinen früheren Arbeitsplätzen habe ich keine “Leiter” gesehen. Ich begann meine Karriere in 2009, mit dem wirtschaftlichen Abschwung im Rücken. Ich fand mich selbst in einer Situation, wo Unternehmen Absolventen für Junior-Positionen, mit geringer Bezahlung suchten – dies ohne Aussicht auf eine höhere Position oder Gehaltserhöhung. Als Reaktion darauf habe ich versucht einfach so viel wie möglich in jedem Job zu lernen. Als ich das Gefühl hatte, mein CV und meine Erfahrung war gut genug, würde ich nach einer neuen Stelle mit einer höheren Bezahlung und besseren Perspektiven suchen. Das war für mich besser als in einem Job zu bleiben und auf Beförderung zu hoffen, da ich nun ein breiteres Spektrum an Erfahrung hatte. Zudem fühlte ich mich in Interview-Situationen sehr wohl.

Q. Welchen Rat haben Sie für einen angehenden UI Developer??

A. Es ist wichtig eine realistische Sicht auf Herausforderungen, die einem in der Arbeitswelt begegnen, zu haben – aber optimistisch und positive an eine neue Rolle heranzutreten. Sich selbst und seinen Fähigkeiten zu vertrauen und nicht zu sehr zu rechtfertigen oder verteidigen. Seien Sie der Teamplayer mit dem Sie gerne arbeiten möchten.

Q.Was würdest du mit dem heutigen Wissen anders machen?

A. Ich würde in Physik und Mathematik meine A-Levels machen und mich weigern diese aufzugeben. Zudem würde ich einen Bachelor of Science anstatt einen Bachelor of Arts an der Universität machen und auch einen der dort angebotenen Zeichenkurse besuchen, weil ich glaube dass die Zeichenkunst eine der wertvollsten Fähigkeiten im kreativen Bereich ist, auch wenn es im Job selbst keine Pflicht ist. Hinsichtlich meiner post-universitären Karriere würde ich nicht sehr viel verändern.

Q. Haben Sie das Gefühl, dass ihre Karrierechancen begrenzt sind, weil sie eine Frau sind?

A. Ich denke es wäre vernünftig zu sagen, dass die systematische Ignoranz und Diskriminierung im Bildungssystem einen Einfluss auf meine Karriere Ambitionen hatten. Ich wurde sehr früh dazu gebracht, meine Ziele sehr niedrig zu halten und sich einfachen Themen zu widmen anstatt mich selbst herauszufordern. Als Erwachsener in der Arbeitswelt habe ich herausgefunden, dass die Menschen die diese Einstellung beibehalten schnell in der Minderheit sind.

Q. Wo soll die weitere Reise hingehen?

A. Ich möchte bei SThree bleiben! Es ist ein großartiges Unternehmen und ich kann jede Menge bewirken. Ich hoffe, dass ich zukünftig auch in Bildungsprojekte involviert werde, damit ich Studenten helfen kann fundierte Entscheidungen hinsichtlich ihrer beruflichen Zukunft zu machen.