Typische Fragen bei Vorstellungsgesprächen

Womit Sie bei einem Vorstellungsgespräch in jedem Fall rechnen müssen, sind Fragen. Versuchen Sie nicht, diese Fragen im Voraus zu erraten, da sich so auch die abgebrühtesten Bewerber nur um ihren Schlaf bringen. Statt sich mit einer langen Liste der möglichen Fragen und Antworten zu belasten, sollten Sie sich vielmehr in den Bereichen vorbereiten, die der Gesprächspartner ansprechen wird.

Sagen Sie etwas über sich selbst.

Ihre derzeitige Position

Zwar arbeiten Sie jeden Tag darin, dennoch müssen Sie sich vergewissern, dass Sie Ihre Kenntnisse und Aufgabenbereiche bestens kennen, selbst wenn Sie sie nur alle zwei Wochen/einmal monatlich/vierteljährlich/jährlich ausüben.

Ihre früheren Positionen

Ihren Lebenslauf müssen Sie in- und auswendig kennen. Gegebenenfalls werden Sie zu Kenntnissen und Arbeitserfahrungen früherer Arbeitsplätze befragt, die für die Stelle, um die Sie sich bewerben, relevant sind.

Ihre Stärken

Führungsqualitäten, Organisationstalent, Einfühlungsvermögen: verfügen Sie über diese Eigenschaften, kehren Sie sie auch hervor. Dies ist Ihre Gelegenheit zu brillieren: teilen Sie dem Gesprächspartner daher sämtliche herausragenden Aspekte Ihrer Persönlichkeit mit. Untermauern Sie diese mit Beispielen, um Ihren Stärken Hintergrund und Relevanz zu verleihen.

Entwicklungsbedürftige Bereiche

Erkennen Sie die Anlagen Ihres Charakters, bzw. die Bereiche Ihres Berufslebens, die es zu verbessern gilt. Dies zeigt dem Gesprächspartner, dass Sie Selbstkritik mitbringen und sich entwickeln möchten. Bei der Auswahl der Bereiche ist jedoch Vorsicht geboten: der Wunsch nach größerer Strukturiertheit kann zu peinlichen Fragen des Gesprächspartners führen, warum Sie diese Grundkompetenz nicht aufweisen. Der Wunsch nach mehr Erfahrung in fortgeschrittenen Bereichen wie Führungsqualitäten und öffentliche Vorträge halten zeigt dem Gesprächspartner, dass Sie sich entwickeln und durchsetzen möchten.

Berufswünsche

Berufswünsche müssen sich im Bereich des Möglichen befinden und für die jeweilige Position und das Unternehmen maßgeblich sein. Sofern Sie die Position als Sprungbrett für hohe Ziele auf Ihrem Karriereweg bei einem anderen Unternehmen ansehen, behalten Sie dies für sich.

Ergebnisse

Geben Sie stets ein arbeitsbezogenes Ergebnis an (erwähnenswerte Beispiele sind die Leitung eines erfolgreichen Projekts, oder Einsparungen, die das Unternehmen Ihnen zu verdanken hat, usw.). Sollten Sie einen Marathon absolviert oder einen Berg bestiegen haben, so sind dies Erfolge, die sich ebenfalls in die Unterhaltung miteinbeziehen lassen.

Gründe Ihres Wunsches nach einem Arbeitsplatzwechsel Ehrlichkeit ist eine wichtige Eigenschaft. Noch wichtiger ist es jedoch, dass Sie keine Geringschätzung oder Herabwürdigung Ihres derzeitigen bzw. vorherigen Arbeitgebers zum Ausdruck bringen. Dadurch könnten Sie nämlich verbittert wirken, so dass der Gesprächspartner sich eventuell fragt, ob Sie bei einer erfolgten Anstellung auch über dieses Unternehmen ähnlich empfinden würden. Berufsentwicklung und die Gelegenheit, neue Herausforderungen zu finden, sind stets gute Ausgangspunkte.

Erzählen Sie mir etwas über unser Unternehmen.

Was wissen Sie über das Unternehmen? Worin besteht die Unternehmenstätigkeit/was verkauft das Unternehmen/was stellt es her? Wieviele Arbeitnehmer sind dort angestellt? Wo findet die Unternehmenstätigkeit statt? Ist es börsennotiert? Dies sind die wesentlichen Informationen, die Sie vor einem Vorstellungsgespräch über das Unternehmen wissen sollten.

Gründe Ihres Wunsches, dem Unternehmen beizutreten Gehalt und Urlaub sind als Gründe nicht ausreichend. Bringen Sie die faszinierenden Aspekte des Unternehmens und der Abteilung, der Ihr Vorstellungsgespräch gilt, in Erfahrung und verknüpfen Sie diese mit Ihren Berufszielen.

Wer sind die Konkurrenten des Unternehmens? Nach einer erfolgreichen Bewerbung werden Sie es mit diesen Unternehmen zu tun haben. Es empfiehlt sich daher, zu wissen, um wen es sich handelt und in welcher Beziehung die Konkurrenten zum Unternehmen stehen.

Worin unterscheidet sich das Unternehmen von der Konkurrenz? Kennen Sie die Unternehmenstätigkeit und die Konkurrenten des Unternehmens, lassen sich mithilfe der entsprechenden Recherche auch die unterscheidenden Merkmale in Erfahrung bringen. Es gilt zu bedenken, dass Komplimente Ihnen Tür und Tor öffnen. Legen Sie Ihrem potentiellen Arbeitgeber gegenüber daher eine positive Einstellung an den Tag.

Wesentliche Herausforderungen des Unternehmens über den Zeitraum der nächsten 5 Jahre. Hier haben Sie nicht nur die Gelegenheit, dem Gesprächspartner zu zeigen, wie gut Sie das Unternehmen kennen, sondern auch, dass Sie sich sich in der Branche auskennen und es vermögen, den bevorstehenden Herausforderungen zu begegnen.

Wie kommen Sie in einem Team zurecht?

Generell decken Kompetenzfragen Themen ab, die Sie schon bei der Vorbereitung des Gesprächs über sich selbst betrachtet haben. Diese sind:

  • Stärken
  • Schwachpunkte/entwicklungsbedürftige Bereiche
  • Führungsqualitäten
  • Aktivitäten zum Risikoverhalten
  • Problemlösungskompetenz

Heben Sie sich ab

Setzen Sie die STAR-Methode ein, um den größtmöglichen Erfolg bei der Beantwortung von Fragen mit Schwerpunkt auf den Kompetenzen zu erzielen: Situation - geben Sie einen kurzen Überblick (wo/wann/wer). Task - (Aufgabe): stellen Sie die Aufgabe oder das Ziel dar (was Sie erreichen wollten). Aktion: beschreiben Sie, was Sie taten. Legen Sie dabei den Fokus auf Ihre Position und Ihren Einsatz. Resultat: teilen Sie dem Gesprächspartner mit, was das Endergebnis war und welche Kenntnisse Sie sich infolgedessen erworben haben.

Schwierige Fragen

Sind Sie gut vorbereitet, sollten Ihnen problematische Fragen keine Schwierigkeiten bereiten, dennoch könnten Sie zu panischen Reaktionen führen. Nehmen Sie sich daher ein wenig mehr Zeit für die durchdachte Beantwortung der Frage.

Lücken im Lebenslauf

Weist Ihr Lebenslauf Lücken auf, müssen diese offen erklärt werden. Versuchen Sie, etwaige Erfahrungen, die nicht in Ihrem Lebenslauf enthalten sind, z. B. Reisen, oder die Arbeit an einem karitativen Projekt, mit der von Ihnen umworbenen Position in Verbindung zu bringen. Gelingt es Ihnen, die Relevanz dieser Erfahrungen hervorzuheben, bleiben Sie auch weiterhin ehrlich. War Ihre Absicht, ein Jahr lang zu reisen, teilen Sie dies auch so mit.

Wechsel in Ihrem Berufsleben

Hier haben Sie die Gelegenheit, einen Bereich, der bei der Durchsicht Ihres Lebenslaufes ggf. schlechter abschneidet, positiv darzustellen. Wiederum gilt: Ehrlichkeit zahlt sich aus. Versuchen Sie, Ihren Entwicklungsweg zu beschreiben.

Wie werden Sie von Ihren Freunden/Kollegen beschrieben?

Eine erneute Gelegenheit, sich positiv darzustellen. Zählen Sie daher all Ihre guten Seiten noch einmal auf.

Arbeit mit Menschen, die Sie nicht mochten/mögen, bzw. mit Personen, die ihr Arbeitspensum nicht erfüllen. Werden Sie nicht negativ, beschreiben Sie die Herausforderungen, denen Sie im Umgang mit solchen Kollegen begegnen, zeigen Sie ihnen gegenüber Einfühlungsvermögen und schließen Sie positiv ab, indem Sie erklären, mit welcher Einstellung Sie an schwierige Personen herangehen und inwiefern Sie Ihren Vorgesetzten in diese Szenarien miteinbeziehen würden, um Sie zu unterstützen.

Persönliche Fragen

Es ist Personalvermittlern untersagt, Personen auf Grundlage des Geschlechts, der Rasse, der Religionszugehörigkeit, der sexuellen Orientierung, des Alters und der Behinderung zu diskriminieren. Empfinden Sie bestimmte Fragen oder Formulierungen als störend, so haben Sie das Recht zu sagen, "diese Frage möchte ich nicht beantworten, da ich sie als störend empfinde."

Haben Sie Fragen?

Ein Vorstellungsgespräch beinhaltet Fragen und Antworten. Seien Sie daher auf die Beantwortung relevanter Fragen gefasst. Mit Fragen müssen Sie nicht bis zum Ende des Gesprächs warten. Stellen sie Ihre Fragen und bringen Sie Ihre Kommentare im Laufe der Unterhaltung ein. So können Sie sich nicht nur einen entsprechenden Einblick in die Organisation des Unternehmens verschaffen, sondern auch leichter auf den Gesprächspartner eingehen und zeigen, dass Sie selbstsicher sind, zuhören und sich einbringen.

Denken Sie nicht, Sie müssten Fragen stellen, nur weil das Vorstellungsgesprächs dem Ende zugeht.Sie können Enthusiasmus und Interesse zeigen, indem Sie das Für und Wider von Aspekten des Schulungsprogramms erörtern und über die Arbeitskultur, oder die Möglichkeit des Erwerbs weiterer Qualifikationen sprechen. Bietet sich im Laufe des Gesprächs keine Möglichkeit zur Erörterung von Aspekten der Schulung, der Arbeit oder von Aktivitäten außerhalb des Schulungsplans, von denen Sie meinen, sie würden Ihrer Bewerbung weiteren Schwung verleihen, so haben Sie an diesem Punkt die Gelegenheit, dies nachzuholen (stets kurz und bündig)

Nicht zu vergessen

Treten Sie forsch auf.

Vermeiden Sie einfache Ja-Nein-Antworten. Verstehen Sie eine Frage nicht, oder ist Ihnen nicht klar, worauf die Frage hinaus will, so zögern Sie nicht, um eine entsprechende Klarstellung zu bitten. Sprechen Sie deutlich und laut genug, damit Sie der Gesprächspartner auch hört. Sprechen Sie nicht zu schnell. Das kann sich als schwierig erweisen, wenn Sie nervös sind. Atmen Sie dann tief durch vor jeder Antwort und streben Sie nach kurzen und bündigen Antworten.

Es gibt keine Fangfragen.

Obwohl es bisweilen den Anschein hat, versuchen Gesprächspartner bei Vorstellungsgesprächen nie, Sie aus dem Konzept zu bringen. Unternehmen verwenden viel Geld und Zeit darauf, Vorstellungsgespräche zu arrangieren. Es liegt in ihrem Interesse, dass Sie sich so gut wie möglich darstellen können und Unternehmen eine wohldurchdachte Entscheidung treffen können.

Um sich selbst und die erreichten Ergebnisse zu beschreiben sind Begriffe zu verwenden, die positive Inhalte vermitteln.

Stellen Sie Ihr Licht nicht zu sehr unter den Scheffel und spielen Sie Ihre Ergebnisse nicht herunter. Auch ein überhebliches Auftreten ist zu vermeiden. Tragen Sie Ihre Ergebnisse, Erfolge und Stärken selbstsicher vor, um sich so von Ihrer besten Seite zu präsentieren.

Eine knif felige Frage? Seien Sie ehrlich.

Seien Sie bei der Beantwortung der Frage so ehrlich wie möglich. Defensives Verhalten und Schuldzuweisungen sind zu vermeiden. Versuchen Sie, eine Antwort in eine positive Aussage mit erfolgreichem Abschluss zu verwandeln. Geben Sie auch Schwachpunkte und sonstige Probleme der Vergangenheit an und erklären Sie unzweideutig, was Sie von der Bewältigung von Schwierigkeiten gelernt haben.

Bewahren Sie eine positive Einstellung.

Selbst wenn Sie der Meinung sind, eine Frage schlecht beantwortet zu haben: halten Sie sich nicht lange damit auf. Setzen Sie sich darüber hinweg und beantworten Sie die folgenden Fragen nach Ihrem besten Wissen; Arbeitgebern geht es um das Vorstellungsgespräch als Ganzes: vereinzelten Fehlern kommt dabei keine große Bedeutung zu. Eine positive Einstellung und ein deutlich geäußerter Enthusiasmus für die Position werden Ihnen zugute kommen.