Neuigkeiten aus der IT
- Nachwuchskräfte: Selbstverwirklichung wichtiger als Geld
- Microsoft im Aufwind
- Neuer IT-Job? So kündigen Sie mit Stil
- Smartphones gefährden IT-Sicherheit
- Mehr Chancen für Frauen durch anonymisierte Bewerbungen
- Umsatzplus für deutsche IT-Branche
- Gefährden Apple & Facebook das Internet?
- Innovationstreiber Green IT
- Drei Viertel fühlen sich online bedroht
- IT-Experten für Rechenzentrum gesucht
- Flunkern im Vorstellungsgespräch?
Smartphone-Boom bereitet IT-Fachleuten Kopfzerbrechen
Viele CIOs werden sich angesichts dieser Zahlen verstärkt Gedanken über die Beschaffung neuer IT-Fachleute machen müssen: Im Jahr 2011 sind in Deutschland 31 Prozent mehr Smartphones verkauft worden als im Vorjahr. Wie der Branchenverband Bitkom berichtet, gingen 11,8 Millionen Smartphones über den Ladentisch. „Die Smartphone-Verkäufe haben unsere ohnehin optimistischen Prognosen noch einmal weit übertroffen", sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder.
Ursprünglich war der Verband von einem Absatz in Höhe von 10 Millionen Stück im Jahr 2011 ausgegangen. Der Verkauf von herkömmlichen Mobiltelefonen ging dagegen um 19 Prozent auf 15,6 Millionen Stück zurück. Inzwischen sind 43 Prozent aller in Deutschland verkauften Mobiltelefone Smartphones. Der Umsatzanteil liegt sogar bei zwei Drittel, da die Geräte deutlich teurer sind als normale Mobiltelefone. Im Jahr 2011 wurden in Deutschland 4,1 Milliarden Euro mit Smartphones umgesetzt, ein Plus von 13 Prozent. Den Durchbruch für dieses Marktsegment hatte das iPhone von Apple gebracht, das vor fünf Jahren der Öffentlichkeit präsentiert wurde.
Trend zu „Bring your own device" ungebrochen
Smartphones und andere mobile Endgeräte wie Tablet-PCs werden auch als Arbeitsmedium immer wichtiger: Doch der Trend zu „Bring your own device" (Bringe dein eigenes Gerät mit, BYOD) stellt auch in Deutschland immer mehr Unternehmen vor die Herausforderung, das mobile Arbeiten ihrer Mitarbeiter sicher zu machen. Mobile Endgeräte stellen derzeit das größte Potenzial dar, um Mitarbeitern einen komfortablen Zugriff auf Unternehmensdaten zu ermöglichen.
Bis 2020 gehen Arbeitsmarktforscher einer Studie der Info AG zufolge davon aus, dass jeder fünfte Beschäftigte als „Mobile Worker" seine dienstlichen Aufgaben von unterwegs ausführt. Zudem zeigen Studien, dass sich mobiles Arbeiten positiv auf die Produktivität und die Zufriedenheit der Mitarbeiter auswirkt.
Lösungen zur Integration privater Endgeräte ins Firmennetz
Im Idealfall geben die Unternehmen zu diesem Zweck selbst die Geräte aus und kümmern sich über hausinterne Regelungen zur IT-Compliance um notwendige Updates und Sicherheitseinstellungen. Tatsächlich erlauben aber viele Vorgesetze inzwischen unter dem Slogan „Bring your own Device", private Endgeräte geschäftlich zu nutzen. Einerseits setzen viele Mitarbeiter ihre eigenen Geräte sowieso bereits ungefragt ein, um beispielsweise geschäftliche E-Mails zu lesen oder von zu Hause aus an Präsentationen zu arbeiten. Andererseits erhoffen sich viele Arbeitgeber, dass Mitarbeiter leichter auch außerhalb der Arbeitszeit erreichbar sind, wenn sie über sowohl geschäftlich als auch persönlich genutzte Geräte kontaktiert werden.
Allerdings bereitet diese Mischnutzung CIOs Kopfschmerzen. Schließlich spielen für die Mitarbeiter Kriterien wie Datensicherheit, Integrationsfähigkeit in bestimmte IT-Landschaften oder Kostenaspekte bei ihren privat erworbenen Smartphones eine eher untergeordnete Rolle.
Synchronisationslösungen sind gefragt
Darüber hinaus erschweren heterogene Betriebssysteme, wie Googles Android und Apples iOS, die Integration mobiler Endgeräte in die IT-Struktur. Gleiches gilt für Laptops, die häufig Apple-Software mit der von Microsoft konfrontieren. Ein Außendienstmitarbeiter, der ein iPad verwenden will, das auf zentral gepflegte Datenbanken Zugriff haben muss, hat Auswirkungen auf die Auswahl des geeigneten VPN-Standards für virtuelle Netzwerke. Häufig kommt es zu Kollisionen zwischen den integrierten Clients der Apple-Produkte mit den gängigen VPN-Konfigurationen. Diese Betriebssystem-Überschneidungen sind zudem sicherheitsrelevant, da sie die Auswahl geeigneter Schutzsysteme beeinflussen, wie Viren-Scanner und Firewalls.
Werden die Geräte zudem sowohl privat als auch geschäftlich genutzt, sollten die jeweiligen Daten nutzungsabhängig voneinander getrennt sein. Die Unternehmen sind dabei auf IT-Talente angewiesen, die Lösungen entwickeln, welche auch rechtegesteuerte Synchronisationen berücksichtigen, um beispielsweise automatisch zwischen geschäftlichen und privaten E-Mails auf demselben Gerät zu unterscheiden.
Verlust eines Smartphones kann vertrauliche Daten gefährden
Doch das sind noch nicht alle Probleme, vor die der Smartphone-Boom derzeit IT-Experten in deutschen Unternhmen stellt: „Es gibt so gut wie keine technischen Lösungen zur nachhaltigen Absicherung von Smartphones und mobile Endgeräten", schreibt Klaus?Rodewig, Senior Consultant im Bereich IT-Sicherheit bei Logica in Deutschland, in einem Beitrag für das Magazin Computerwoche. Außerdem wachse durch die ständig steigende Kapazität dieser Geräte die Menge vertraulicher Daten, die sie aufnehmen können, kontinuierlich. Der Verlust eines einzigen Smartphones könne daher fatale Auswirkungen auf ein gesamtes Unternehmen haben.
Durch den „Bring your own device"-Trend, sind in deutschen Unternehmen IT-Experten für Datensicherheit und Implementierung gefragt.