Wie etablieren Unternehmen eine digitale Strategie und Unternehmenskultur? – Teil 1

Kaum ein Begriff ist in der IT und Unternehmensführung seit Jahren so präsent wie Digitalisierung. Der Oberbegriff umfasst eine Bandbreite an Prozessen und Projekten, steht jedoch eigentlich für die Kernaufgabe der IT seit Anbeginn: Die Optimierung und Vereinfachung der Unternehmensprozesse, Kommunikation und Datenverarbeitung in Anbetracht des technisch Machbaren.

Viele Unternehmen und CIOs haben jedoch Schwierigkeiten geeignete Strategien festzulegen, oder auch die Bereitschaft aller Mitarbeiter zu erlangen, neue Möglichkeiten auszuschöpfen. Um einen Einblick in erfolgreiche Digitalisierungs-Modelle zu erlangen, unterhielt sich Thomas Drexel, Experte für Interim Management bei Computer Futures mit Herrn Dr. Egmont Foth, CIO & CTO von SPIE Deutschland & Zentraleuropa, über das mehrfach ausgezeichnete Konzept und Vorgehen des Unternehmens.

Herr Dr. Foth, was sind die treibenden Kräfte für die digitale Transformation bei SPIE?

Dr. Egmont Foth, SPIE„Unsere Kunden erwarten von uns als marktführender Multitechnik-Dienstleister regelmäßig Innovationen und eine hohe Qualität unserer Services. Unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wollen wir einen attraktiven, digitalen Arbeitsplatz bieten, um ihnen die Arbeit zu erleichtern. Daraus resultiert unser strategisches Ziel, in unseren Marktsegmenten Digital Leader zu sein. Dafür haben wir uns ein sogenanntes Digital Ecosystem aufgebaut.“

Was genau umfasst das Digital Ecosystem?

„Die Grundlage für eine erfolgreiche digitale Transformation ist ein Digital Ecosystem. Dies umfasst eine Vielzahl an Komponenten – dazu zählen skalierbare, cloud-basierte und mobile Lösungen, eine digitale Identität für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ein digitaler Arbeitsplatz, Digitalisierungs-Partnerschaften, unser Innovation Lab in der ARENA2036, wo wir neue Lösungen erproben und unseren Kunden vorstellen. Unser Digital Transformation Competence Center ist die zentrale Anlaufstelle für alle Digitalisierungsprojekte und führt gemeinsam mit unserem Multiplikatorenprogramm regelmäßig Workshops zur Use-Case-Entwicklung durch. Wichtig ist auch das Thema Digital Trust. Die umfassende Vernetzung erfordert angemessene Sicherheitsvorkehrungen für Daten und Informationssysteme. Als Nachweis für angemessene Vorsichtsmaßnahmen und zur Erfüllung der Anforderungen unserer Kunden lassen wir uns nach der internationalen Norm ISO/IEC 27001 „Information technology – Security techniques – Information security management systems – Requirements“ zertifizieren. Das erreichte Sicherheitsniveau überprüfen wir anhand unseres Digital-Trust-Dashboards.“

Sollte ein Unternehmen die digitale Transformation alleine gestalten?

„In der heutigen vernetzten Welt sind Partnerschaften maßgeblich, um erfolgreich zu sein. Unsere digitalen Lösungen entwickeln wir gemeinsam mit Partnern, wie SAP, Microsoft, Planon, Autodesk, Fraunhofer IAO, NavVis, FARO, Hemminger, ATOS, Datagroup, Deutsche Telekom, VRG HR, MHP, PTC, Spaceti, Thing OS, Disruptive Technologies, AMA Xpert Eye und Mapiq, sowie gemeinsam mit unseren Kunden. Standardsoftware passen wir an unsere Anforderungen an. So fließt unser technikorientiertes Know-How in fortschrittliche digitale Lösungen ein.“

Sie haben eine digitale Unternehmenskultur etabliert. Wie wurde das erreicht und was zeichnet sie aus?

„Es ist uns wichtig, das Verständnis und die Begeisterung für digitale Lösungen zu stärken. So erstellen sich beispielsweise unsere Führungskräfte individuelle Digitalisierungsziele in ihren jährlichen Action-Plänen. Für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bieten wir in der SPIE Akademie ein Digitalisierungs-Trainingsprogramm an. Im Rahmen unseres Digital-Reverse-Mentoring-Programms bringen wir interessierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als Mentees und Digital Natives als Mentoren zusammen. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erarbeiten regelmäßig in Workshops Use Cases für den Einsatz neuer digitaler Lösungen. Wir binden alle Organisationseinheiten mit ein und entwickeln gemeinsam Ideen, um unsere Dienstleistungen für unsere Kunden kontinuierlich zu verbessern.“

 

Vielen Dank an Herrn Dr. Egmont Foth für den sehr interessanten Einblick und das Gespräch. Das war der erste Teil des Interviews „Wie etablieren Unternehmen eine digitale Strategie und Unternehmenskultur?“. Im zweiten Teil des Interviews lesen Sie von konkreten Use-Case-Beispielen, von den mit sich bringenden Herausforderungen und Tipps für Ihr Unternehmen.

Wenn Sie mehr über die Strategien und Projekte erfahren wollen, lohnt sich ein Blick auf www.spie.de.

Sie möchten sich gerne weiter zu dem Thema austauschen? Oder sind Sie auf der Suche nach Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, um eine digitale Strategie für Ihr Unternehmen zu etablieren? Kontaktieren Sie dazu gerne Thomas Drexel ([email protected], +49 (0) 211 877 44062), Experte für Interim Management bei Computer Futures.

Computer Futures ist eine der weltweit führenden Personalberatungen in der IT- & Tech-Branche. Seit mehr als 30 Jahren vermitteln wir berufliche Partschnerschaften zwischen qualifizierten IT-Experten und erfolgreichen Unternehmen. Dabei agieren wir regional und verstehen dadurch die lokalen Arbeitsmarkt-Trends.