Industrie 4.0: Was steckt hinter der neuen industriellen Revolution?

Der Begriff „Industrie 4.0“ kursiert bereits seit mehreren Jahren in der Wirtschaft. Doch was steckt genau dahinter und wie fortgeschritten sind Unternehmen in Deutschland hinsichtlich des Einsatzes von Technologien aus dem Bereich Industrie 4.0 sowie Künstlicher Intelligenz? 

Was steckt hinter dem Begriff Industrie 4.0?

Industrie 4.0 wird als Begriff für eine neue, die vierte industrielle Revolution verwendet. Dieses Zukunftsprojekt ist Teil der Hightech-Strategie der Bundesregierung Deutschlandund soll sich der Ära der Digitalisierung anschließen, die in den 1970 Jahren begann und bei der erstmals Computer und die ersten computergestützten Automatisierungen zum Einsatz kamen.2 Im Rahmen von Industrie 4.0 steht nun nicht mehr die Hardware selbst im Vordergrund, sondern das Internet bzw. die damit möglich werdende Vernetzung der Geräte untereinander. 

Was zeichnet Industrie 4.0 aus?

Unter Industrie 4.0 versteht man die Individualisierung beziehungsweise Hybridisierung der Produkte sowie das Einbeziehen von Kunden in Geschäfts- und Wertschöpfungsprozesse. Damit soll eine „intelligente“ Fabrik entstehen, die datengesteuert Planungen, Produktionen und Fertigungen sowie Wartungen vornimmt. Im Zentrum steht dabei die Vernetzung der Technologien untereinander. Wird KI eingesetzt, können die Prozesse effizienter und effektiver gestaltet werden. Damit können außerdem Kosten und Zeit reduziert sowie die Qualität der Produkte gesichert und die Langlebigkeit der Prozesse erhöht werden. 

Wo kommt Industrie 4.0 zum Einsatz? 

Zu den wichtigsten Anwendungsfeldern gehören vor allem die Bereiche Mobilität, Gesundheit sowie Klima und Energie.3 Grundsätzlich bietet die Nutzung der vernetzten Technologie breite Einsatzmöglichkeiten: Bspw. kann der Einsatz zur Optimierung der Logistik zu idealen Lieferwegen führen oder eine flexiblere Produktion ermöglichen, indem eine Vernetzung zwischen den einzelnen Herstellern zu einer besseren Abstimmung und damit Auslastung der Maschinen führt.4 Unterstützt wird der Einsatz bspw. durch selbstfahrende Kraftfahrzeuge, 3D-Druck oder fortgeschrittene Robotik.5

Für das Vorantreiben der vierten industriellen Revolution wurde die „Plattform Industrie 4.0“ ins Leben gerufen – eins der weltweit führenden Netzwerke in diesem Bereich. Die Plattform Industrie 4.0 erarbeitet in Arbeitsgruppen grundlegende Konzepte und Handlungsempfehlungen für Wissenschaft, Unternehmen und Politik. Darüber hinaus sorgt das Netzwerk für einen internationalen Austausch insbesondere in den Bereichen IT-Sicherheit und Standardisierung. 

Wie ist der Status quo im Bezug auf Industrie 4.0?

Die repräsentative Studie des Digitalverbands Bitkom aus dem Jahr 2020 zeigt, dass 59 Prozent der Industrieunternehmen in Deutschland mit mehr als 100 Mitarbeitern spezielle Anwendungen aus dem Bereich Industrie 4.0 nutzen. Das ist im Vergleich zur Studie aus dem Jahr 2018 ein Zuwachs von 10 Prozent. Positiv zu verzeichnen ist auch die Angabe der Unternehmen, dass nur noch für ein Prozent der Befragten Industrie 4.0 gar kein Thema ist. Weitere 22 Prozent planen den Einsatz von spezieller Anwendungen und 17 Prozent können sich vorstellen, dies in Zukunft zu tun.6 Fast drei Viertel der Unternehmen gehen sogar dazu über, ganze Geschäftsmodelle neu zu denken und zu verändern. 

Hinsichtlich des Einsatzes von KI zeichnet sich ebenfalls eine positive Entwicklung ab: Laut der Studie nutzt bereits jedes siebte Unternehmen diese Technologie. Dabei sind größere Unternehmen ab 500 Mitarbeiter (23 Prozent) den kleineren Unternehmen mit weniger als 200 Mitarbeitern (neun Prozent) bzw. Mitarbeitern zwischen 200 und 499 Mitarbeitern (elf Prozent) um einiges voraus. 

Welche Chancen bietet die Industrie 4.0 Fachkräften?

66 Prozent der Unternehmen gaben im Rahmen der Bitkom-Studie an, dass Arbeitsplätze für gut ausgebildete Fachkräfte entstehen werden. 89 Prozent gaben an, dass dabei vor allem interdisziplinäre Kompetenzen erforderlich sein werden, die sich an der Schnittstelle von Maschinenbau und Informatik befinden werden. Die Schattenseite davon ist, dass 14 Prozent der Befragten angaben, Mitarbeiter aufgrund der stärkeren Konzentration auf Industrie 4.0 zu entlassen. Zwei Drittel der Unternehmen wollen aber gleichzeitig dafür sorgen, ihre Mitarbeiter hinsichtlich der neuen Technologien weiterzubilden. 

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Quellen:

Vgl.: https://www.industry-of-things.de/was-bedeutet-industrie-40-definition-merkmale-und-anwendung-a-828236/ (Stand 24.02.2021).

2 Vgl.: https://www.plattform-i40.de/PI40/Navigation/DE/Industrie40/WasIndustrie40/was-ist-industrie-40.html (Stand 24.02.2021).

3 Vgl.: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/industrie-40-54032 (Stand 24.02.2021).

4 Vgl.: https://www.plattform-i40.de/PI40/Navigation/DE/Industrie40/WasIndustrie40/was-ist-industrie-40.html (Stand 24.02.2021).

5 Vgl.: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/industrie-40-54032 (Stand 24.02.2021).

6 Vgl.: https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Industrie-40-so-digital-sind-Deutschlands-Fabriken (Stand 24.02.2021).