Steuererklärung & Homeoffice: Was gilt es zu beachten?

Im Laufe der Corona-Pandemie sind viele Arbeitnehmer dauerhaft ins Homeoffice gewechselt. Nicht nur der Arbeitsplatz selbst hat sich verändert, auch der Weg zur Arbeit ist für die meisten Arbeitnehmer weggefallen und damit noch einiges mehr. Doch was gibt es hinsichtlich der steuerlichen Regelungen zu beachten? Lesen Sie in unserem Artikel, was bei der Steuererklärung für das Homeoffice zu beachten ist.

Hinweis: Bei diesem Beitrag handelt es sich um Informationen und Tipps ohne Gewähr. Die Inhalte entsprechen keiner fachlichen steuerrechtlichen Beratung.

Welche Voraussetzungen gelten?

Bei der steuerlichen Absetzung von Kosten, die im Homeoffice angefallen sind, gelten grundsätzlich strikte Regelungen. Prinzipiell gibt es zwei Möglichkeiten, um die Kosten vom heimischen Arbeitsplatz geltend machen zu können: 

  1. Wenn Sie für Ihre berufliche Tätigkeit bzw. Ihre Arbeit als Angestellte/r keinen anderen Arbeitsplatz zur Verfügung haben, dürfen Sie bis zu 1.250 Euro pro Jahr steuerlich geltend machen.
  2. Mittelpunkt Ihrer beruflichen bzw. betrieblichen Tätigkeit ist das Arbeitszimmer im Homeoffice. Unter der Voraussetzung lassen sich die dabei entstehenden Kosten in unbeschränkter Höhe vom zu versteuernden Einkommen abziehen, z.B. als Werbungskosten oder Betriebsausgaben.

Was kann ich bei begrenztem Kostenabzug geltend machen?

Kann Ihnen Ihr Arbeitgeber keinen eigenen Arbeitsplatz im Betrieb zur Verfügung stellen und Sie deshalb die Arbeit aus dem Homeoffice heraus erledigen müssen, zählen Sie zur ersten Gruppe („Sie haben keinen anderen Arbeitsplatz als das Homeoffice zur Verfügung"). Auf Basis dessen dürfen Sie die für das Homeoffice entstehenden Kosten bis zu einer Höhe von 1.250 Euro jährlich als Werbungskosten absetzen. 

Dazu gehören bspw. Kosten für Internet, Telekommunikation oder Druckerpapier.

Lassen Sie sich von Ihrem Arbeitgeber idealerweise einen schriftlichen Nachweis darüber geben, dass er Ihnen im Betrieb vor Ort keinen Arbeitsplatz zur Verfügung stellen konnte.

Wichtig: Haben Sie die Möglichkeit - da Sie einen festen Arbeitsplatz im Betrieb haben - vor Ort zu arbeiten und lässt Ihnen der Arbeitgeber dennoch die Option, gelegentlich im Homeoffice zu arbeiten, sind keine dadurch entstehenden Kosten abzugsfähig. Sie können Ihr Arbeitszimmer dann nicht absetzen.

Was kann ich steuerlich geltend machen, wenn das Homeoffice der Mittelpunkt meiner beruflichen Tätigkeit ist?

Sind Sie z.B. als Freelancer tätig und arbeiten Sie vor allem im Homeoffice, dürfen Sie alle damit verbundenen Kosten steuerlich geltend machen:

  • Kosten für Arbeitsgeräte (z.B. Computer oder Smartphones)
  • Kosten für Betriebsmittel (z.B. Druckerpatronen und Schreibgeräte) 
  • Kosten für Telekommunikation und Post (z.B. Briefmarken oder Internetkosten)
  • Anteilige Kosten für Heizung und Strom
  • Anteilige Kosten für die Wohnungs- oder Hausmiete

Wenn Sie selbst zu dieser Gruppe gehören, können Sie darüber hinaus weitere Kosten für das Homeoffice steuerlich geltend machen. Es kann sich lohnen, hierfür einen Steuerberater zu kontaktieren.

Spezielle Regelungen unter der Corona-Pandemie

Mit der Corona-Pandemie und die damit verbundenen Lockdown-Maßnahmen sind in Deutschland mehrere Millionen Arbeitnehmer ins Homeoffice gegangen. Auf diese Entwicklung hat der Gesetzgeber reagiert und die Regelungen für die steuerliche Behandlung des Homeoffice angepasst: Für die Jahre 2020 und 2021 können Arbeitnehmer Alternativen für die Steuererklärung wählen, die wir Ihnen im Folgenden vorstellen. 

  1. Wenn Sie ein Arbeitszimmer nutzen, das aus einem separaten Raum besteht, der zu mindestens 90 Prozent für den Beruf genutzt wird, können Sie die damit verbundenen Kosten vollständig steuerlich geltend machen. 
  2. Sollten Sie kein extra Arbeitszimmer haben und Sie z.B. im Homeoffice in einer Arbeitsecke oder am Küchentisch arbeiten, können Sie die Homeoffice-Pauschale nutzen. Unter diesen Voraussetzungen dürfen Sie für jeden Arbeitstag im Homeoffice 5 Euro von Ihrem zu versteuernden Einkommen abziehen. Pro Jahr ist dieser Abzug auf 120 Tage beschränkt. Jährlich dürfen so maximal 600 Euro für das Homeoffice abgesetzt werden.

Wichtig: Die Homeoffice-Pauschale wird in die Werbekostenpauschale der Steuererklärung eingerechnet. Somit lohnt sich die Homeoffice-Pauschale nur für Arbeitnehmer, deren Werbungskosten pro Jahr mehr als 1.000 Euro betragen.

Tipp 1: Sind Sie steuerlich gemeinsam veranlagt und arbeiten zu zweit im Homeoffice? Dann gibt es folgende Möglichkeit: Arbeitet eine Person ausschließlich im Arbeitszimmer, dürfen alle damit verbundenen Kosten abgesetzt werden. Arbeitet die andere Person in einer Arbeitsecke oder am Küchentisch, darf diese die Homeoffice-Pauschale zusätzlich in der gemeinsamen Steuererklärung angeben.

Tipp 2: Gedacht ist die Homeoffice-Pauschale vor allem für die Mehraufwendung für Strom und Heizung. Darin sind die Kosten für Telekommunikation noch nicht enthalten. Diese dürfen Sie zusätzlich zu 20 Prozent (bezogen auf die monatliche Internet-/Handyrechnung) steuerlich geltend machen - maximal bis zu 20 Euro im Monat.

Gesetzliche Grundlagen: Einkommensteuergesetz, § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b Satz 4

Fazit zum Homeoffice in der Steuererklärung

Die neuen Regelungen hinsichtlich des Homeoffice ermöglichen einer Vielzahl der Arbeitnehmer einen Ausgleich. Ob Arbeitnehmer  die Regelungen zum Arbeitsplatz aber wirklich erfüllen, sollte vorher genau geprüft werden.

Welche weiteren möglichen Änderungen und Möglichkeiten hinzukommen, steht derzeit noch aus. Sicher gilt für Arbeitnehmer immer, dass eine Beratung durch einen Steuerberater jederzeit in Anspruch genommen werden kann, sofern man sich unsicher ist.

Hinweis: Wir möchten noch einmal darauf hinweisen, dass es sich bei diesem Beitrag um Informationen und Tipps ohne Gewähr handelt. Die Inhalte entsprechen keiner fachlichen steuerrechtlichen Beratung.