Als Freelancer mit Gegenangeboten richtig umgehen

Sie haben ein Projekt in dem vertraglich festgelegten Zeitraum abgeschlossen und es wartet bereits ein weiteres spannendes Großprojekt bei einem anderen Kunden? Das ist eine hervorragende Chance für Sie.
Ihr aktueller Auftraggeber möchten Sie aber gerne für eine weiteres Anschlussprojekt einsetzen und Ihren Auftrag verlängern, dementsprechend ist er von Ihrem Wechsel nicht so begeistert und macht Ihnen ein Gegenangebot. Wir zeigen Ihnen wie Sie mit so einem Angebot als Freelancer am besten umgehen.

Warum werden Gegenangebote von Unternehmen ausgesprochen?

Ein Gegenangebot oder auch ein sogenanntes „Counter Offer“ soll Sie überzeugen und mit Vorteilen zum Bleiben bewegen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie mit einem Gegenangebot als Freelancer richtig umgehen und ob sie es akzeptieren oder ablehnen sollten.

Freiberufliche Mitarbeiter zu finden, die sowohl fachliche Expertise mitbringen, als auch zu der Unternehmenskultur passen, ist für viele Unternehmen eine Herausforderung. Daher ist es umso wichtiger, Freelancer, die sich gut im Team und die Unternehmensstrukturen integriert haben und stets gute Leistungen erbringen, möglichst lange im Unternehmen zu halten. Eine zu besetzende Stelle im Unternehmen ist mit viel Zeit und Kosten verbunden. Die Personalverantwortlichen müssen die Stelle ausschreiben, den passenden Freelancer auswählen und die benötigte Einarbeitungszeit mit einberechnen. Womöglich sind Sie auch besonders gut qualifiziert und gelten als Experte in Ihrem Bereich. Dann geht mit Ihnen eine Menge an spezifischem Fachwissen verloren, welches das Unternehmen womöglich dringend benötigt. Generell sagt man: Je höher die Qualifikation und je spezifischer Ihr Fachwissen, desto größer die Lücke, die Sie hinterlassen.

Wir zeigen Ihnen in unserem Video wie Sie mit so einem Angebot als Freelancer am besten umgehen und welche Beweggründe eine gute Wechselmotivation sind. 

Was sind Ihre Beweggründe für ein neues Projekt bei einem anderen Kunden?

Besonders wichtig für die Entscheidung, ob Sie das Gegenangebot annehmen oder eher ablehnen sollten, sind Ihre eigentlichen Beweggründe für die Entscheidung ein neues Projekt bei einem anderen Kunden anzufangen.

Mögliche Beweggründe können sein:

  • Berufliche Weiterentwicklung – Sie möchten Ihre Karriere voranbringen und sich beruflich weiterentwickeln. Das umfasst sowohl den Ausbau Ihrer Fähigkeiten, aber auch den Wunsch, neue Erfahrungen zu sammeln.
  • Wunsch nach einer neuen Herausforderung – Sie sind bereits längere Zeit in einem Projekt als Fachkraft eingesetzt und verstehen Ihr Handwerk. Der Wunsch nach neuen Herausforderungen und Aufgaben, die Sie aus Ihrer persönlichen Komfortzone locken, können ein Beweggrund für einen Projektwechsel sein.
  • Erweiterung der Kompetenzfelder – Wenn Sie bereits alle Fähigkeiten und Kompetenzen für Ihr aktuelles Projekt mitbringen und gut beherrschen, kann ein neues Projekt bei einem neuen Kunden helfen, Ihre Kompetenzfelder in anderen Bereichen weiter auszubauen.
  • Andere Arbeitsumgebung – Der Wunsch nach einer anderen Arbeitsumgebung kann ebenfalls ein guter Beweggrund sein. Nach langer Zeit in einem Großkonzern haben Sie vielleicht das Bedürfnis, Erfahrungen in einem mittelständischen Unternehmen oder Start-Up zu sammeln.
  • Wunsch nach internationaler Arbeit – Der Einsatz im Ausland kann ein Grund für ein Projektwechsel sein, wenn beim aktuellen Auftraggeber diese Möglichkeit nicht gegeben ist.

Falls Ihr Wunsch nach einem neuen Projekt auf einen der oben genannten Beweggründe zurückzuführen ist, sollten Sie von der Annahme eines Gegenangebots absehen. Wenn diese Punkte nicht durch Ihren aktuellen Auftraggeber gewährleistet werden können, bleibt nur der Wechsel in ein anderes Projekt. Denn durch die Annahme eines Gegenangebots bleibt das Bedürfnis, das Sie ursprünglich zum Wechsel motiviert hat, weiterhin bestehen und führt bei Nichterfüllung nach einiger Zeit zur Unzufriedenheit.

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Geld – eine gute Wechselmotivation?

Ein Gegenangebot umfasst meist einen attraktiveren Stundensatz oder andere geldwerte Vorteile. Wenn Ihr Beweggrund für ein neues Projekt der finanzielle Aspekt ist und Sie sonst mit den Umständen und Bedingungen bei Ihrem derzeitigen Auftraggeber zufrieden sind, kann es sinnvoll sein das Gegenangebot anzunehmen. Wenn Ihr Angebot mit einem höheren Stundensatz allerdings in vorheriger Zeit schon mal abgelehnt wurde und Ihnen jetzt ein Gegenangebot mit einer attraktiveren Vergütung vorliegt, sollten Sie überlegen, inwiefern Ihr Auftraggeber Sie und Ihre Arbeit ohne Ihre Wechselmotivation wertschätzt. Denn die Kosten, die entstehen, wenn Sie das Projekt nicht weiterverlängern und ein neuer Freelancer gesucht wird, fallen so oder so an. Ein Gegenangebot kann also eine Maßnahme sein, um die Kosten für das Unternehmen möglichst gering zu halten. Sie sollten sich hier auch die Frage stellen, wie lange ein höherer Stundensatz attraktiv ist.

Umgang mit einem Gegenangebot

Wenn Sie ein Gegenangebot erhalten, sollten Sie sich Zeit nehmen, um in Ruhe die Vor- und Nachteile für Sie persönlich abzuwägen. Überlegen Sie, welche Beweggründe dazu geführt haben, dass Sie Interesse an einem neuen Projekt bei einem anderen Kunden haben. Erfüllt das Gegenangebot diese Beweggründe? Der Aspekt Geld sollte hier nicht der einzig ausschlaggebende Grund für oder gegen ein Gegenangebot. Wenn Sie sich entschieden haben, sollten Sie Ihrem bisherigen Auftraggeber zeitnah Bescheid geben. Das ist nur mehr als fair - schließlich muss das Unternehmen, je nach dem wie Sie sich entscheiden, mit der Suche nach Ihrer Nachbesetzung starten. Und auch Ihrem neuen Auftraggeber sollten Sie Ihre Entscheidung schnellstmöglich mitteilen.

Wenn Sie grundlegend mit Ihrem Projekt zufrieden waren und der Wunsch nach einem Wechsel auf Ihrer beruflichen Weiterentwicklung basiert, besteht die Möglichkeit die Zusammenarbeit in Zukunft wieder aufzunehmen. Sprichwörtlich sieht man sich meist zweimal im Leben. Daher sollten sie auch bei der Ablehnung eines Gegenangebots und der Beendigung Ihres Projektes professionell und freundlich auftreten.

Fazit – Warum ein Gegenangebot fast immer die schlechtere Wahl ist

Ein Gegenangebot muss langfristig und nachhaltig wirken und dafür sorgen, dass Ihre Entwicklungs- und Karriereperspektiven in Ihrem aktuellen Projekt abgedeckt und berücksichtigt werden.

Wenn dies nicht der Fall ist, ist die Ablehnung des Gegenangebotes meist sinnvoller. Bei einer guten und zufriedenstellenden Zusammenarbeit spricht auch nichts dagegen in Zukunft ein Projekt bei Ihrem vorherigen Auftraggeber anzunehmen. Durch Ihre neuen Erfahrungen bringen Sie so im besten Fall neue Fähigkeiten und Kompetenzen mit, von den auch das Unternehmen profitiert und Sie bestenfalls für neue Projekte in dem Unternehmen qualifiziert.

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