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Ein Interview mit Christine Balzer, Manager bei INFOMOTION

Im ersten Teil des Interviews mit Frau Balzer sind wir insbesondere auf die Relevanz von Daten im HR-Bereich eingegangen. Im zweiten Teil erfahren wir nun, warum People Analytics für Unternehmen so relevant ist und welche Kenntnisse und sonstige Anforderungen von SAP-Beratern insbesondere bei der INFOMOTION gefragt sind.

1. Frau Balzer, ist für Sie eine verstärkte Nachfrage nach People Analytics spürbar?

Das merken wir auf jeden Fall. Dabei spielt zunächst einmal der Faktor der erhöhten Digitalisierung eine Rolle. Viele Unternehmen beschäftigen sich aktuell mit der Einführung neuer HR-Systeme. Die SAP-Bestandskunden müssen sich aufgrund der Portfoliostrategie der SAP in Richtung Cloud ebenfalls mit ihrer IT-Architektur beschäftigen. In Kombination mit der aktuellen sozialen und gesellschaftlichen Situation gibt es zudem eine größere Notwendigkeit, die viele Kunden zum Anlass nehmen und sich mit dem Thema People Analytics ernsthaft auseinandersetzen.

 

2. Warum ist People Analytics so wichtig und warum sollten sich Unternehmen damit beschäftigen?

Gerade wenn in Unternehmen Menschen gewonnen und langfristig gebunden werden wollen, funktioniert das nur durch eine persönliche Beziehung – der „match“ muss einfach vorhanden sein. Das wird immer wichtig sein. Sich diesbezüglich ausschließlich auf Daten zu verlassen, wird nicht funktionieren. Doch um besser verstehen zu können, was meine Mitarbeiter gerade und zukünftig in meinem Unternehmen brauchen, ist People Analytics ein wertvolles Instrument.

3. Was erwarten Sie im Zuge der Implementierung des Produkts von SAP-Beratern?

Die Kolleginnen und Kollegen müssen nach wie vor technologisches Know-how mitbringen, also Wissen im Bereich Datenmanagement und Analytics, da das letztlich das Fundament ist, auf dem alles aufbaut. Wir bei INFOMOTION setzen dabei jedoch nicht – wie bereits erwähnt – auf nur eine Technologie. Unsere Berater spielen das Thema People Analytics völlig technologieneutral.

Allerdings sollen unsere Berater mit den Fachbereichen auf Augenhöhe sprechen, die relevanten Use Cases verstehen und darüber hinaus Impulse geben können. Um das zu erreichen, schulen wir sie zu den klassischen Themen, die HR-Bereiche beschäftigen – dafür läuft bei uns derzeit das sogenannte „People Analytics Enablement“ Programm. Die dabei zu vermittelnden Informationen sind unter anderem: Grundlagen der Personalwirtschaft, Kennen der wichtigsten Steuerungskennzahlen, Wissen über die Stakeholder intern und extern und häufig auftretende „Pain points“, mit denen Personalabteilungen in Unternehmen im Moment kämpfen.

 

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Erfahren Sie mehr zur INFOMOTION und informieren Sie sich auf der Website über den Themenbereich People Analytics.

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4. Bleiben wir beim Thema Fachlichkeit und Technik: Die Kombination ist ja besonders stark bei planerischen Themen in der SAP-Welt vertreten. Welche Erwartungshaltung haben Sie bei potenziellen Bewerbern für Ihren Bereich? Müssen diese das Wissen in Bezug auf Personalthemen bereits mitbringen?

Hierbei muss ich zuerst etwas ergänzen: In der Historie war die Planung von Projekten ein großes Thema, da Planungsprojekte auch oft aus dem Fachbereich initiiert werden. Bei People Analytics ist die Planung allerdings ein kleinerer Baustein. People Analytics Projekte sind viel mehr im Bereich Reporting und Analytics zu finden. Und die Notwendigkeit der Fachlichkeit hat letztlich nichts mit Planung oder Reporting zu tun, sondern muss immer im gleichen Maße vorhanden sein. Es ist wichtig, dass die Berater die Prozesse kennen und hinterfragen können.

Ein Berater muss optimalerweise alles mitbringen – aber das kommt natürlich auch auf das jeweilige Level an. Aus meiner Managerrolle heraus suche ich sehr breit gestreut. Grundsätzlich schaue ich mir immer an, was der Bewerber bereits mitbringt und was er noch lernen muss. Bei unseren internen Kollegen gestaltet es sich so, dass sie technologisch hochgradig gut qualifiziert sind, aber die Fachlichkeit vermittelt bekommen müssen. Bei Bewerbern wäre das ebenfalls ein Weg, den man gehen kann. Ich kann mir aber auch gut vorstellen jemanden einzustellen, der wie ich aus dem HR-Bereich kommt oder als HR-Berater im SAP Kontext gearbeitet hat und den wir entwickeln können. Meiner Meinung nach ist das eher eine Frage des Mindsets, sich auf die Fachlichkeit einlassen zu können und aus der Sicht des Kunden denken zu können.

Vielen Dank für das Interview, Frau Balzer.