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Fast jede Bewerberin und jeder Bewerber ist vor einem Vorstellungsgespräch aufgeregt. Doch bei manchen ist die Angst noch viel tiefgreifender. Sie schicken aus Angstgründen noch nicht einmal eine Bewerbung ab. Damit verbauen sie sich gerade in Zeiten des Fachkräftemangels viele Chancen. Wir zeigen Ihnen hier acht praktische Tipps gegen Bewerbungsangst. 

Als Bewerbungsangst wird die Angst vor dem Absenden der Bewerbungsunterlagen und dem damit verbundenen Kontakt mit einem möglichen Arbeitgeber bezeichnet. Diese Angst kann wie jede Phobie unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Manche Bewerber*innen sind lediglich gehemmt und benötigen einen kleinen Ansporn, um eine Bewerbung abzusenden. Andere verspüren schon beim Gedanken an die Bewerbung körperliche Symptome, die von typischen Angstsignalen wie Zittern oder Mundtrockenheit bis hin zu Übelkeit oder Schwindel reichen können.

Wer feststellt, dass er Ängste vor Bewerbungen entwickelt, sollte das Problem möglichst frühzeitig angehen. Denn mit zunehmender Dauer und Intensität kann aus einer einfachen auf ein Thema bezogene Angst ein Chronifizierung und eine handfeste Angsterkrankung werden, die weitere psychische Leiden wie Depressionen mit sich ziehen kann. Doch es gibt schon früh Hilfe zur Selbsthilfe, um bei der Bewerbung nicht in den Teufelskreis der Angst zu geraten.

Tipp 1: Konfrontation

Im Bereich der Verhaltenstherapie wird vor allem mit Konfrontation gearbeitet. Dabei wird davon ausgegangen, dass die Angst aufrechterhalten oder verstärkt wird, wenn der Mensch sich damit nicht konfrontiert. Das Ziel dahinter: Die Betroffenen müssen spüren, dass Angst nur ein Gefühl ist, das mit zunehmender Dauer auch wieder abflaut. 

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Gerade in einem frühen Stadium heißt es also: Versuchen Sie, Ihre Bewerbung trotz eines inneren Widerstands zu schreiben und abzusenden. Bewerben Sie sich vielleicht auch auf Stellen, die Sie nicht zu 100 Prozent wollen. Sie werden feststellen, dass die Angst mit großer Wahrscheinlichkeit mit steigender Zahl an Bewerbungen kleiner wird. 

Tipp 2: Wahrscheinlichkeiten 

Angst hat uns ursprünglich dabei geholfen, in Gefahrensituationen entweder anzugreifen oder zu fliehen. In diesen Momenten schalten wir in den „Fight-or-Flight“-Modus. Sie werden sicherlich zustimmen, dass eine Bewerbung erst einmal keine existenzielle Bedrohung für Ihr Leben darstellt. Deshalb gilt es, die Angst rational zu entkräften. Sehr nützlich können dabei Wahrscheinlichkeiten sein. Wie wahrscheinlich ist es, dass Ihr Leben nach einer Ablehnung nicht weitergeht? Wenn Sie noch in einem Job sind: Wie wahrscheinlich ist es, dass Sie Ihren Job verlieren, wenn Sie bei einem potenziellen Arbeitgeber abgelehnt werden? 

Tipp 3: Malen Sie sich den Worst Case aus

Stellen Sie sich z.B. folgende Fragen: Was passiert genau, wenn meine Bewerbung abgelehnt wird? Welche existenziellen Folgen wird es haben, wenn Ihre Bewerbung nicht angenommen wird? Mit solchen einfachen Fragen werden Sie feststellen, dass sich die Welt auch weiterdrehen wird, wenn Ihre Bewerbung keinen Anklang findet.

Tipp 4: Halten Sie sich an Fakten

Angst ist ein Gefühl und deshalb arbeitet unsere Psyche dann häufig irrational. Umso hilfreicher kann es manchmal sein, sich an die puren Fakten zu halten. Lesen Sie die Stellenausschreibung deshalb ganz genau. Listen Sie auf, was alles gefordert wird. Versuchen Sie zu jeder Anforderung aufzuschreiben, ob Sie diese erfüllen, oder nicht. Wenn Sie Schwarz auf Weiß sehen, dass Sie viele notwendige Qualifikationen oder z.B. die gewünschte Berufserfahrung mitbringen, werden Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit ruhiger.

Tipp 5: Arbeiten Sie an Ihrem Selbstwert

Angst vor Bewerbungen kann oftmals durch einen zu geringen Selbstwert verursacht werden. Wer sich selbst annehmen und schätzen kann, wird letztlich auch selbstbewusster werden. Selbstwert ist jedoch keine Sache, die Sie sich von heute auf morgen wie mit einem Schalter aneignen können. Es kann jedoch hilfreich sein, z.B. schon einmal den Tag mit einem Blick in den Spiegel zu beginnen und sich anzulächeln. Das wäre schon einmal die erste Wertschätzung des Tages. Es mag sich etwas seltsam anhören, doch gerade diese kleinen Dinge können mit der Übung große Wirkung entfalten.

Je höher Ihr Selbstwert und Selbstbewusstsein werden, desto eher können Sie eine mögliche Absage auch nicht persönlich nehmen. 

Tipp 6: Bleiben Sie aktiv

Wenn Ihre Bewerbungsangst aus dem Jobverlust heraus entstanden ist, sollten Sie versuchen, aktiv zu bleiben. Das funktioniert z.B., indem Sie sich auf Jobbörsen anmelden oder sich an einen Personalberater wie Computer Futures wenden, der Ihnen bei Bewerbungen weiterhilft bzw. neue Jobmöglichkeiten für Sie sucht. Schreiben Sie Ihren Lebenslauf und aktualisieren Sie bestehende CVs. Diese aktive Handlung hilft Ihnen dabei, sich Ihren eigenen Wert bewusst zu machen. Erstellen Sie auch Online-Profile von sich. Wenn Sie feststellen, dass der Arbeitsmarkt an Ihre Expertise und Ihrem Knowhow interessiert ist, wird das einen Teil Ihrer Ängste vor Bewerbungen nehmen können.

Tipp 7: Stärken Sie Ihre Gesundheit

Mangelnde Bewegung, ungesunde Ernährung und zu wenig Schlaf können sich nicht nur negativ auf unsere Leistungsfähigkeit, sondern auch auf unsere Psyche auswirken. Das bedeutet: Je weniger Sie sich bewegen, desto schlechter können Sie schlafen. Je schlechter Sie schlafen, desto unkonzentrierter sind Sie. Mit steigender Übermüdung steigt Ihr Stresslevel und Ihr Cortisolspiegel. Ihr Gehirn verlangt nach immer mehr Energie und Sie werden verstärkt Süßes und Deftiges Essen. Ein Teufelskreis. Durch regelmäßige Bewegung, Sport, aber auch durch Hobbys, die Ihren Kopf frei machen, beugen Sie vor und reduzieren das Angstniveau vor Bewerbungen.

Tipp 8: Holen Sie sich Hilfe

Stellen Sie fest, dass all Ihre Bemühungen nicht weiterhelfen und Sie in der Bewerbungsangst regelrecht feststecken, sollten Sie nicht zögern und professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Möglicherweise hat Ihre Angst eine bestimmte Ursache, die es zu bearbeiten gilt. Hilfestellungen können hier Coaches ebenso wie Psychotherapeut*innen geben.

Bewerbungsangst ist weit verbreitet, muss aber nicht sein

Die Angst vor Bewerbungen ist wie alle Ängste meist irrational. Deshalb ist es umso wichtiger, ins Handeln zu kommen, um die Angstspirale zu unterbrechen. Bewerbungsangst hat in der Regel keine Ursache, die Ihre Existenz bedroht. Deshalb ist es umso wichtiger, Sie zu entkräften, damit die Folgen Ihrer Bewerbungsangst nicht existenziell werden.